30.03.2026
Dritter Frauen-Wirtschaftstag 2025
Eine Veranstaltung im Zeichen von guter Zusammenarbeit in der Wirtschaft. Münster, 03.09.2025 – „Gemeinsam stark! Frau und Mann, Jung und Alt, Mensch und Technik - Erfolgreiche Zusammenarbeit in der Wirtschaft“, das war das Motto des 3. Frauen-Wirtschaftstages im Speicher 10 in Münster.
Claudia von Diepenbroick-Grüter, Leiterin des Kompetenzzentrums Frau und Beruf Münsterland führte durch den Nachmittag. Sie betonte in ihren einleitenden Worten „Mit dem diesjährigen Thema befassen wir uns im Handwerk schon länger, denn mit vielen Generationen zu arbeiten sowie neue Techniken offen anzuwenden, ist für uns selbstverständlich. Wir müssen aber noch mehr Frauen für das Handwerk gewinnen.“
Josef Trendelkamp, Vizepräsident der Handwerkskammer und Geschäftsführer der Trendelkamp Technologie GmbH, machte sich in seiner Eröffnungsrede stark dafür, dass Klischees hinterfragt und Frauen gezielt gefördert werden sollen, sowie für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das Thema „gemeinsam Stark“ prägt für ihn den Berufsalltag, das zeigt sich vor allem im Zusammenarbeiten der Generationen und Geschlechter. Dieses lebt von gemeinsamen Zielen und trägt so zu einem funktionierenden Miteinander bei, das Traditionen wahrt.
Dabei betonte er die wichtige gesellschaftliche Rolle des Handwerks. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, schlug er vor, das Bewusstsein für die vielfältige Berufe im Handwerk zu stärken und insbesondere Frauen dabei zu unterstützen, ihr Potenzial an Fähigkeiten und Interessen zu erkennen und ihre Berufswahl entsprechend auszurichten.
Aus seinem eigenen Alltag weiß er wie wichtig Flexibilität ist, wenn es um Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht. Dabei stehen die tatsächlichen Rahmenbedingungen im Vordergrund. Fragen rund um die Kinderbetreuung und Planung der Arbeitszeiten müssen in Partnerschaften, aber auch gesellschaftlich aufgefangen werden, um Familien besser in der Vereinbarkeit zu unterstützen.
In der anschließenden Keynote erzählte Mareike Boccola, geschäftsführende Gesellschafterin bei der Firma Hauschild Speedmixer aus Hamm, ihre persönliche Geschichte und bot vielfältige Einblicke in den Unternehmensalltag. Zentral war dabei die Unternehmensnachfolge und auf welchen Wegen Vielfalt im Arbeitsalltag gelebt werden kann. Entscheidend dabei war für sie auch außerhalb des Familienunternehmens Erfahrungen zu sammeln, bevor sie die Nachfolge antrat.
Gemeinsam mit ihrem Mann führt sie heute das Familienunternehmen. Die Zusammenarbeit als Paar lebt von ihren Unterschieden – sie ergänzen sich durch jeweils unterschiedliche Stärken. Sie betont, dass das Loslassen ein zentraler Bestandteil des Übergabeprozesses ist – eine Herausforderung, die ihrem Vater gut gelang. Klare Verantwortlichkeiten und eine strukturierte Hierarchie hätten diesen Prozess wesentlich unterstützt.
Mareike Boccola fasst treffend zusammen „Das Motto des Tages ist mehr als eine Überschrift – es beschreibt genau mich. Dieses Motto bin ich.“
Im darauffolgenden Panel, moderiert durch Dr. Marie-Theres Thiell (Co-Vorsitzende VdU Westfalen) und Sarah Anna Nagel (Vorständin Marketing Club Münster-Osnabrück e.V.), wurde eindrucksvoll gezeigt, wie unterschiedlich die Perspektiven auf das Motto „gemeinsam Stark“ sein können. Betont wurden dabei aber die Gemeinsamkeit und Motivation, die alle eint – ein starkes Miteinander für die Wirtschaft. Mit Dr. Marie-Theres Thiell verbindet uns eine langjährige Zusammenarbeit. Sie und der VdU sind nicht nur wichtige Netzwerkpartnerinnen für uns, sondern auch Impulsgeberinnen bei der inhaltlichen Gestaltung des diesjährigen Frauenwirtschaftstages. Auch der Marketing Club, diesmal vertreten durch Sarah Anna Nagel, begleitet uns seit dem ersten Frauenwirtschaftstag und unterstützt uns seither mit vielen Ideen. Wir sind also schon seit einigen Jahren „gemeinsam stark“.
Jürgen Kroos, Präsident der Handwerkskammer Münster und Geschäftsführer des Autohauses Zumbusch GmbH & Co. KG, unterstrich, wie wichtig der Zusammenhalt im Team im täglichen Arbeitsleben ist. Ein gutes Miteinander zwischen Jung und Alt trägt maßgeblich zum Wissenstransfer und Erfolg bei. Diese Erfahrung macht er in seinem Betrieb immer wieder. In seinen Beiträgen im Panel plädierte er für eine Stärkung des Stellenwertes der Ausbildung und richtet damit den Blick auf junge Menschen. Für ihn stellt eine gute Ausbildung ein wichtiges Fundament für das weitere Leben dar.
Vivian Robers, Unternehmensnachfolgerin im elterlichen Malerfachbetrieb Robers, war 6 Jahre auf Mallorca in einem großen deutschen Betrieb als Malermeisterin tätig. 2025 hat sie nach reifer Überlegung den Betrieb übernommen. Für sie war es wichtig, eigene Erfahrungen außerhalb des elterlichen Betriebes zu sammeln, weil es hilft, sich zu behaupten. Sie führt das Unternehmen mit neuen Ideen weiter. Dabei ist es ihr wichtig, neue Technologien einzubeziehen – jedoch Schritt für Schritt und stets mit Blick auf die bestehenden Strukturen im Betrieb.
Saskia Dierkes, Mitbegründerin von "BeAlice – der App für bessere Vereinbarkeit", berichtete auf dem Podium von ihrem Weg bis zur Gründung von BeAlice. Mit ihrer App unterstützt sie Frauen, ihren eigenen Alltag besser zu strukturieren und setzt sich so für Karrierewege von Frauen ein. Ihre Erfahrung zeigt, dass im gegenseitigen Verständnis ein großes Potenzial liegt. Wenn Generationen eng zusammenarbeiten, können sie sich mit ihren unterschiedlichen Kompetenzen ideal ergänzen. Wertschätzung für die jeweils andere Person ist dabei von zentraler Bedeutung und trägt zum Zusammenwachsen bei. Mit ihrer Arbeit möchte sie Frauen ermutigen, Räume für sich zu beanspruchen.
Rendel Pietsch, Mitglied der Unternehmerfamilie Pietsch, blickte auf 35 Jahre in leitender Funktion auf ihren eigenen Unternehmensweg zurück. Ein zentraler Aspekt ist für sie, jungen Menschen früh die Möglichkeit zu geben, Verantwortung zu übernehmen und damit Raum zur persönlichen und beruflichen Entwicklung zu schaffen. Vertrauen ist dabei aus ihrer Sicht ein wesentlicher Grundpfeiler moderner Führung. Für sie ist es wichtig, dass alle Mitarbeitenden, egal in welcher Lebensphase sie sich befinden, Gehör bekommen und Unterstützung erhalten - ein entscheidender Faktor in einer lebendigen Unternehmenskultur.
Im Rahmen der anschließenden Preisverleihung übergab Juana Bleker (Landesvorsitzende UFH NRW, als Mitglied der Jury, den FeNA an Caroline Muffert und Tim Eichler von Münster Aktuell. Münster Aktuell ist ein lokales kostenloses Nachrichtenportal, das regelmäßig zu aktuellen Themen informiert und so stets einen umfassenden Überblick über das Geschehen im Münsterland bietet.
Die Preisträger überzeugten die diesjährige Jury, bestehend aus Claudia von Diepenbroick-Grüter, Dr. Marie-Theres Thiell, Juana Bleker, Sarah Anna Nagel und Dr. Prof. Florian Böckermann, von der FH Münster, durch die starke praktische Umsetzung und die gezielte Förderung junger Talente. Exemplarisch sichtbar an der Begleitung und Unterstützung eines Werkstudenten auf seinem Weg zum Chefredakteur und der durch ihn erfolgreichen aufgebauten Online-Newsplattform für das Münsterland. Ein starkes Beispiel dafür, was aus einer guten Zusammenarbeit entstehen kann.
Wir bedanken uns bei allen 13 Netzwerken, die im Rahmen der Veranstaltung vor Ort waren und mit ihrem offenen Austausch den Nachmittag bereichert haben. Ein besonderer Dank geht auch an unsere Mitorganisatorinnen Juana Bleker von den UnternehmerFrauen im Handwerk Landesverband NRW, Dr. Marie-Theres Thiell vom Verband der Unternehmerinnen in Deutschland Westfalen und Paula Menninghaus und Sarah Anna Nagel vom Marketingclub Münster-Osnabrück e. V..
Der 4. Frauen-Wirtschaftstag soll auch stattfinden; geplant ist der 10. September 2026.